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Sollschwitz liegt wenige Kilometer südlich von Wittichenau an der Schwarzen Elster. Der Fluss durchströmt südlich des Ortes einen idyllischen Auenwald. Den überziehen zwischen März und April tausendfach weiße Blüten der Buschwindröschen.

Der Name, sorbisch „Sulšecy“, bedeutet sehr wahrscheinlich „Dorf eines Suliš“, womit der Ortsgründer oder das erste Dorfoberhaupt gemeint ist.

Die Sollschwitzer Flur ist ein uraltes Siedlungsland. Eine Sandgrube nördlich des Dorfes hat dafür Beweise geliefert. Mehrere schnur- und stichbandverzierte Amphoren kamen hier zutage, offensichtlich aus einem Gräberfeld, das in der jüngeren Steinzeit vor rund 5000 Jahren angelegt wurde. Aus der Bronzezeit vor rund 3000 Jahren stammen weitere Gefäße vom gleichen Fundort. 1290 ist „Zhulisdorph“ in einem Schriftstück des Klosters St. Marienstern erwähnt. Damals hatte das Kloster die Dörfer Sollschwitz und Saalau für 120 Mark erworben.

Im 15. und 16. Jahrhundert fielen viele Einwohner Pestepidemien zum Opfer. Zur Schneeschmelze hatte das Dorf regelmäßig mit Hochwasser zu kämpfen.

1822 wurde das Dorf dem niederschlesischen Kreis Hoyerswerda zugeordnet. Nach mehrmaligem Wechsel – 1945 zu Sachsen, 1952 zum brandenburgischen Bezirk Cottbus – ist Sollschwitz seit 1990 wieder sächsisch.

In den 1950er Jahren erfolgte die Elsterregulierung, die die Hochwassergefahr für das Dorf weitgehend bannte. 1952 gingen Sollschwitz und Liebegast eine Verwaltungsgemeinschaft ein. Diese hatte Bestand, bis Sollschwitz 1994 der Stadt Wittichenau angeschlossen wurde.

KURZINFO

erster Nachweis: 1290
Eingemeindung: 1994
Einwohner: 295
Wohngebäude: 74
Ortsvorsteher: Georg Brösan

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Die Sollschwitzer Kapelle

Seit 1716 steht das Kirchlein in Sollschwitz. „Sponsor“ des Baus war Lukasch Jachometz, der im Schlesischen eine Pfarrstelle hatte. Er stammte aus Dörgenhausen und wollte seinem Geburtsort die Steine für ein Gotteshaus schenken. Die Dörgenhausener Bauern wollten aber mehr und lehnten ab, den nötigen Kalk selbst zu besorgen. Erzürnt über diesen Geiz ließ Jachometz die Steine wieder abfahren. In Hoske entstand daraus eine Brücke, der Rest wurde für die Sollschwitzer Kapelle verwendet.

1842 wurde das Kirchenschiff erhöht und war nun so stattlich, dass während der Erneuerung der Wittichenauer Kirche 1863 hier jeden Sonntag die Messe für die ganze Kirchengemeinde gelesen wurde. Das Kirchlein ist ein schlichter Barockbau mit Walmdach und einem Dachreiter.

Impressionen: