Kotten liegt ungefähr 6 km südlich von Wittichenau an der Mündung des Klosterwassers in die Schwarze Elster. Der Name, sorbisch „Koćina“, kann nach einem Personennamen als „Ort des Chot“ gedeutet werden, aber auch die Ableitung aus dem Sorbischen als „Ort am Riss“ nach der Lage an einer Bodenwelle ist möglich.
1264 wurde „Chotin“, was abgeleitet aus dem Sorbischen als “Ort am Riss„ (einer Bodenwelle) gedeutet werden kann, in der markgräflichen Urkunde des Kloster St. Marienstern zuerst urkundlich erwähnt. Bis zum heutigen Namen Kotten, hatte der Ort verschiedene Schreibweisen, wie in den verschiedenen alten Schriften zu lesen ist. Chotin um 1264, Cottin- Kuttyn- Cuttyn-Kuttin- um 1374/82, Kottin -1440 und ab ca. dem 16. Jh. Kotten.
Das heutige Dorf befand sich nicht immer an dieser Stelle, sondern die sorbischen Siedler bauten meist in der Nähe am Klosterwasser entlang. Dort stand auch eine Wassermühle. 1429, als die Hussiten nach ergebnislosen Friedensverhandlungen die Lausitz heimsuchten, wurde auch Kotten zerstört. Es erfolgte der Bau eines Straßendorfes / Gassendorfes mit säumenden Bauerngehöften, die teilweise bis heute als „Erbhöfe“ weitergegeben wurden.
Ein Erbhof wird heute noch von den Nachfahren der Familie Serbin landwirtschaftlich bewirtschaftet. Dort fand 1911 eine große sorbische Hochzeit statt, wo die Tochter des Bauern Serbin nach Kuckau in die Mühle verheiratet wurde.
Der Name Serbin gehört zu den ältesten sorbischen Familiennamen entlang des erweiterten Klosterwasserareals. Aus dieser Familie stammte Johann Ferdinand Serbin, Kanonikus und später Pfarrer im 17. Jahrhundert in Wittichenau. Dieser brachte für die Pfarrgemeinde einen besonderen Verdienst. Er bemühte sich besonders um die Verehrung des Wallfahrtortes Rosenthal. 1680 führte er wegen der Pest die noch heute übliche Prozession nach Rosenthal an.
Im Winter 1668 begab er sich nach Wien zum Kaiser Leopold um einen Beschluss zu erwirken, dass die Kreuzkirche im nahen Wittichenau für alle Zeit den Katholischen Gläubigen zugesprochen wurde. Seit mindestens dem 16. Jh. gehört der Ort zur Pfarrgemeinde Wittichenau. Er ist traditionell katholisch geprägt.
Die Kottener Kapelle wurde 1750 erbaut. Aus alten Berichten geht hervor, dass es hier vorher schon eine „uralte kleine Kapelle ohne Tür, Eingang am Dache“ gab.
Die Kapelle in jetziger Form wurde 1973 durch die Dorfbewohner aus einer ehemaligen Scheune errichtet und dem Hl. Nikolaus, dem Schutzpatron des Ortes, geweiht.
1896 vernichtete ein Großfeuer fast alle Gehöfte in Kotten. Auch mit Überschwemmungen hatten die Kottener oft zu kämpfen, bis die Schwarze Elster um 1960 reguliert wurde.
KURZINFO
erster Nachweis: 1248
Eingemeindung: 1994
Einwohner: 204
Wohngebäude: 56
Ortsvorsteher: Hubertus Korch
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Die Krabat-Milchwelt
Am nördlichen Dorfrand können Gäste direkt am KRABAT-Radweg die KRABAT-Milchwelt besuchen, dort Einblicke in die landwirtschaftliche Kreislaufwirtschaft gewinnen und frische Milch, Joghurt oder handgepflegten Käse verkosten. Regionaler geht es nicht!
Jeweils am ersten Sonntag im Mai findet der große Bauernmarkt und am zweiten Oktober-Samstag der Erntedank – und Kirmesmarkt mit zahlreichen regionalen Spezialitäten statt.
Bildstock „Totes Mädchen“
Zwischen den Orten Kotten und Cunnewitz befindet sich ein Bildstock, welche auch „Totes Mädchen“ (wendisch „morwa holčka“) genannt wird. Dieser wurde 1894 anstelle einer Holzsäule errichtet und erinnert an eine grausame Episode aus dem 30-jährigen Krieg.
Damals war ein reiches junges Mädchen aus Cunnewitz in sorbischer Tracht auf dem Weg nach Kotten als Patin. Auf halben Weg fiel ihr ein, dass sie das Geschenk in Cunnewitz vergessen hatte und schickte die Magd zurück. Am Wegesrand wollte sie einem böhmischen Bettler helfen. Dieser raubte ihr den kostbaren Schmuck mit 12 Golddukaten vom Kopf und enthauptete sie.





