Janko Šajatović (eingedeutscht Johann Schadowitz, 1624–1704), aus einer uskoken-militäradeligen Familie in Kroatien, erhielt eine gute Jesuitenausbildung und war früh mehrsprachig. Nach Tätigkeiten als Müllergeselle und Pandur trat er während des Dreißigjährigen Krieges in den Militärdienst ein. Ab 1660 diente er in Sachsen als Reiter der „Leibgarde Kroaten zu Ross“, stieg bis zum Rittmeister auf, wurde Kammerjunker und knüpfte enge Beziehungen zur Oberlausitz(u. a. Bautzen).

Nach Auflösung der kroatischen Leibgarde (1680) wechselte er als Vizekommandeur in die Leib-Trabanten-Garde zu Ross. 1683 schützte er bei der Schlacht am Kahlenberg den Kurfürsten Johann Georg III. (bereits zuvor hatte er ihn aus kurzer Gefangenschaft befreit). Er avancierte 1688/1690 zum Oberst und Kommandeur der Gardetrabanten sowie Oberjägermeister.

Als Dank erhielt er 1691 das Vorwerk Särichen (Groß Särchen) bei Hoyerswerda, machte es wirtschaftlich erfolgreich – hier begann die Mythisierung zur Sagenfigur „Krabat“. Nach kurzer Pensionierung wurde er 1695 von August dem Starken als Generaladjutant reaktiviert (u. a. Belagerung Riga 1700), bat 1702 endgültig um Ruhestand und starb 1704 in Groß Särchen; Beisetzung in Wittichenau.

Abstammung und Ausbildung

Geboren wurde Krabat Schadowitz 1624 als Janko Šajatović [sprich: Schajatowitsch] in Jezernice, im Distrikt Sichelberg (Žumberak) des Karlstädter Generalats der Gespanschaft Agram (heute Zagreb) in Kroatien.

Er war der Sohn einer militäradeligen Uskoken-Familie und erhielt noch vor seinem 6. Lebensjahr eine griechisch-katholische Taufe und danach eine schulische Ausbildung im Jesuiten-gymnasium in Agram (heute Zagreb). Er war also für die damalige Zeit ein junger hochgebildeter Mann.

Vom Müllergesellen zum Militär

Als junger Erwachsener verdiente er seinen Lebensunterhalt vermutlich mit den Tätigkeiten eines Müllergesellen und nachfolgend als Pandur (Leibwächter). Noch vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648), etwa 20-jährig, trat er in den aktiven Militärdienst unter Graf Peter Zrinski ein und nahm an der Seite seines Vaters auf Seiten der katholischen Liga an verschiedenen militärischen Auseinandersetzungen auf deutschen, polnischen und tschechischen Gebieten teil.

Als Leibgardist in Kursachen

1658 folgte er der Anwerbung berittener kroatischer Gardisten für den sächsischen Kurfürsten Johann Georg II.In einem Reitertross von insgesamt 52 kroatischen Reitern (Crabaten) unter dem Kommando von Rittmeister Georg Silly, erreichte er über Agram (Zagreb), Wien, Graz und Prag kommend am 14. März 1660 das sächsische Pirna.

Nach der Verlegung über Meißen in die Festung Dresden, diente er in der „Kurfürstlich-Sächsischen Leibgarde Kroaten zu Ross“, die mit drei Korporal-schaften eingesetzt und eingeschworen wurde. In den ersten 10 Jahren seiner kursächsischen Offiziers-Laufbahn avancierte er vom Fahnenjunker, zum Korporal, Kroaten-Kornett, Leutnant und schließlich zum Rittmeister der Garde. In dieser Zeit nahm er nun den eingedeutschten Namen Johann Schadowitz an. Mitte der 1660iger Jahre erhielt er zusätzlich die höfische Funktion eines Kammerjunkers (Dieners) des Kurfürsten.

Schadowitz in der Oberlausitz

Infolge der territorialen Veränderungen durch den Dreißigjährigen Krieges war das bis dahin böhmische Markgrafentum der Oberlausitz 1635 an Kursachsen gefallen. Wenngleich der Kurfürst formelles Oberhaupt der Oberlausitz wurde, verlor sie ihre politische Autonomie nicht.

Ab 1672 verbrachte Schadowitz einen Teil seiner folgenden zehnjährigen Dienstzeit auf der Ortenburg in Bautzen und zum Zweck der Soldatenwerbung in Dippoldiswalde. Er begleitete den Kurfürsten als persönlicher Leibgardist auf dessen zahlreiche Jagd-, Vergnügungs- und Inspektionsreisen innerhalb des Kurfürstentum Sachsen. In dieser Zeit entwickelte Schadowitz eine enge Bindung zur Oberlausitz und deren Menschen. Schadowitz sprach fließend Deutsch, Latein, Kroatisch, Slowenisch sowie etwas Ungarisch und Französisch und erlernte schließlich auch auf Grund der sprachlichen Nähe die sorbische Sprache.

Ab 1673 übernahm er auf Wunsch des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. ein Kompaniekommando im neu aufgestellten Leibregiment zu Ross für dessen Sohn, den Kurprinzen Johann Georg III.

Mit der in 1680 erfolgten Auflösung der Leibgarde Kroaten zu Ross, die mit dem Umbau des sächsischen Heeres und der zu hohen Kosten wegen begründet wurde, mussten alle seine Kameraden das Kurfürstentum Sachsen verlassen und von Zwickau aus in die Heimat Kroatien zurückkehren.

Lediglich Johann von Schadowitz (kroatisch: Janko Sajatovic) verblieb, der engen Beziehung und des engen Vertrauensverhältnisses zu seinem Kurfürsten Johann Georg II. und Johann Georg III. wegen, weiterhin in Sachsen und wechselte

verhältnisses zu seinem Kurfürsten Johann Georg II. und Johann Georg III. wegen, weiterhin in Sachsen und wechselten September 1681 in die neugebildete Leibtrabanten-Garde zu Ross, wo er als Rittmeister und Vizekommandeur seinen Dienst fortsetzte.

Befreiung des Kurfürsten in der Schlacht bei Kahlenberg

Als Vizekommandeur der Leib-Trabanten Garde zu Ross erlebte Schadowitz im September des Jahres 1683 die berühmte Schlacht der verbündeten Truppen des Heiligen Römischen Reichs gegen die übermächtigen Truppen des osmanischen Reiches am Kahlenberg vor Wien.
Im Verlauf der Schlacht beschützte er unter dem Kommando des Obristen Rudolf von Neitschütz und seiner Garde das Leben des Kurfürsten Johann Georg III. und befreite diesen, aus einer gefährlichen Umringung durch die Osmanen.Nicht zum ersten Mal, wie ein Kriegstatenbericht aus dem Jahre 1691 berichtet. Bereits in den Schlachten des Reunionskrieges 1673 bis 1683 am Rhein gegen die Franzosen hatte er den Kurzprinzen aus einer kurzen Gefangenschaft befreit.

Weiterer Aufstieg am kurfürstlichen Hof

1688 wurde Schadowitz in den Rang des Obristen-Leutnants erhoben und erhielt im Mai des Jahres 1689 das Interims-Kommando über die Leib-Trabanten-Garde zu Ross, das er bis zum 28. August 1689 behielt.
Bereits acht Monate später, am 1.5.1690, wurde er im Alter von 66 Jahren zum Kommandeur der Gardetrabanten berufen, wobei er gleichzeitig zum Obristen (Oberst) befördert wurde.
Mit der Kommando-Übernahme erhielt er den Hofrang als Oberhofbeamter am kurfürstlich sächsischen Hof, hier zunächst in der Stellung eines Oberjägermeisters.

Vom Militär zum Gutsherrn in Groß Särchen

Am 8.3.1691, erhielt Schadowitz als Dank für seine über 30-jährigen Dienste vom Kurfürsten Johann Georg III. das Vorwerk Särichen (heute: Groß Särchen), das in der Herrschaft Hoyerswerda lag.
Als dieses Vorwerk wenig später abbrannte, veranlasste der Kurfürst den Wiederaufbau auf Staatskosten und verlieh Schadowitz weitere Privilegien, wie z.B. ein unbegrenztes Holzkontingent. Holz, das er vor allem aus den Wäldern um Hoyerswerda und Schwarzkollm bezog.

Endlich pensioniert

Nach dem Tod Johann Georg III. beantragte Schadowitz seine offizielle Pensionierung bei neuen Kurfürsten Johann Georg IV., der ihn nach der Beisetzung von Johann Georg III. zum Ende des Jahres 1691 in den Ruhestand auf sein Vorwerk in Särichen (heute Groß Särchen) versetzte.

Nachfolgend entwickelte Schadowitz das Vorwerk zu einer florierenden Wirtschaftseinheit, die die Bauernschaft angesichts ihrer Erfolge immer öfter von Zaubereien und seltsamen Wundertaten sprechen ließ. Die Mystifizierung von Johann Schadowitz zur Sagenfigur des Krabat fand vermutlich hier erste Anknüpfungs- und Ausgangspunkte, die sich durch den Volksmund „fabulierend“ motivisch nach und nach erweiterten.

Vom neuen Kurfürsten wieder zum Militär „reaktiviert“

Im Spätsommer des Jahres 1695 holte der neue Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke) den jetzt 71-jährigen Schadowitz wieder zurück an den Dresdner Hof, versetzte ihn als Obristen in den Rang eines Generaladjutanten des Königs und erhob ihn zu seinem persönlichen Berater. Der vierte und letzte sächsische Kurfürst, unter dem Schadowitz dienen würde.

Schadowitz erlebte so nicht nur den 1697 erfolgten Übertritt des Kurfürsten zum Katholischen Glauben, sondern nahm auch an dessen Seite im Großen Nordischen Krieg 1700-1721) an der Belagerung von Riga teil (1700).

Bitte um endgültige Entlassung in den Ruhestand

Mitte des Jahres 1702 bat der nun schon 78-jährige Schadowitz um seine bedingungslose und vollständige Entlassung in seinen seit 1691 formal bestehenden Ruhestand.
Zurück auf sein Vorwerk in Särichen (heute: Groß Särchen) begab sich Schadowitz in die Pflege durch seine Kretscham-Pächter, bis er schließlich am 29.05.1704 in Groß-Särchen 80-jährig verstarb.

Am 2.6.1704 wurde er in der katholischen Kirche von Wittichenau unter großer Anteilnahme beigesetzt