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Neudorf-Klösterlich liegt rund zwei Kilometer nordwestlich von Wittichenau am Lauf der Schwarzen Elster. Das Attribut „klösterlich“ gab man dem Ort, weil er zum Besitz des Klosters St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau gehörte. Diese Bezeichnung dient außerdem zur Unterscheidung von anderen „Neudörfern“, zum Beispiel von Neudorf königlich, dem heutigen Burgneudorf. Der sorbische Name „Nowa Wjes“ entspricht dem deutschen: „Das neue Dorf“.

In früheren Jahrhunderten gehörte Neudorf zur Herrschaft der Grafen von Kamenz, denen der Ort wohl seine Gründung verdankt. Die Grafenfamilie gründete auch das Kloster der Zisterzienserinnen in Panschwitz-Kuckau und stattete es mit umfangreichem Landbesitz aus. Dazu gehörte auch „villa nova“, das „Neue Dorf“.

Die Urkunde dazu wurde am 13. Oktober 1248 ausgestellt. Neudorf ist darin erstmals schriftlich erwähnt. Das kleine von der Landwirtschaft bestimmte Dorf ist 1950 nach Wittichenau eingemeindet worden.

Westlich von Neudorf erstreckt sich über eine Fläche von rund 17 km² das Dubringer Moor. Ein Teil davon steht seit 1981 unter Naturschutz. Das Moor ist eines der größten Naturschutzgebiete Sachsens und bietet seltenen Tier- und Pflanzenarten wie der Rohrdommel, der Kreuzotter, dem Gefleckten Knabenkraut und dem Sonnentau einen geschützten Lebensraum.

Am Ostrand des Moores dienen die Neudorfer Teiche (Zelders Teiche) der Karpfenzucht. Im Jahr 1500 haben die Hoyerswerdaer Herren von Schönburg das Moorland an das Kloster St. Marienstern verkauft. Die Zisterzienserinnen betrieben dann hier Teichwirtschaft. Der Fisch diente ihnen als Fastenspeise. Heute werden die Teiche privatwirtschaftlich betrieben. Vom Fang können Gäste von Ostern bis Anfang Oktober in der Fischgaststätte neben den Teichen probieren.

KURZINFO

erster Nachweis: 1248
Eingemeindung: 1950
Einwohner: 80
Wohngebäude: 28

Impressionen: