Als einer der bekanntesten Heiligen in die Geschichte der katholischen Kirche wird der heilige Martin (Sankt Martin) jedes Jahr am 11.11. geehrt.
Doch wie hat St. Martin eigentlich gelebt? 316 n. Chr. wurde Martinus in der römischen Stadt Savaria geboren. Sein Geburtsort befand sich im Gebiet des heutigen Ungarn, das damals zum Römischen Reich gehörte. Mit 10 Jahren trat er den Katechumenen bei, um sich auf die Taufe vorzubereiten. Sein Vater, ein römischer Offizier, wollte, dass er der römischen Armee beitritt. Mit 15 Jahren wurde er zur Leibwache des Kaisers Konstantin II. nach Mailand gesendet. Mehrmals wollte er seine Entlassung aus dem Militärdienst beantragen, um seiner Religion zu folgen. Dabei gab er an, kein Soldat des römischen Kaisers, sondern ein Soldat Christi zu sein.
Nach der Legende begegnete ihm am Stadttor von Amiens in einer kalten Winternacht ein Bettler, der nur noch Lumpen auf dem Leib trug und vor Kälte wimmerte. Als Martin ihn sah, nahm er sein Schwert und schnitt damit seinen eigenen Mantel mitten durch. Die eine Hälfte gab er dem Armen, die andere Hälfte legte er sich selbst wieder um. In der folgenden Nacht soll dem Martin Jesus Christus im Schlaf erschienen sein. Er soll jenes Mantelstück getragen haben, das Martin dem Bettler am Abend gegeben hatte. Martin ließ sich bald darauf im Alter von 18 Jahren von Bischof Hilarius von Poitiers taufen.
Mit 40 Jahren quittierte er den Dienst im Heer, wurde Missionar und gilt als Begründer des abendländischen Mönchstums. Im Jahre 371 wurde er zum Bischof von Tours geweiht und verchristlichte die Landbevölkerung.
Im 5. Jahrhundert wurde Martin heilig gesprochen.
Am 8. November 397 starb er in Candes bei Tours in Frankreich.
Der Martinstag wird mit vielen verschiedenen Traditionen gefeiert: So halten manche Familien ein Festessen ab, bei dem eine Martinsgans gegessen wird.
In Wittichenau lädt alljährlich das katholische Kinderhaus „St. Marien“ zum Martinsumzug mit Laternen ein, welcher von berittenen heiligen Martin angeführt wird. Treffpunkt ist an der Pfarrwiese an der Katholischen Kirche. Hier wird die Episode der Mantelteilung vorgespielt, bevor sich singend Kinder, Eltern und Großeltern mit ihren Laternen durch die Straßen der Stadt ziehen.
Zum Abschluss gibt es Martinshörnchen von der heimischen Bäckerei, die selbstverständlich miteinander, ganz im Sinne des Hl. Martins, geteilt werden.
